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AZER - Bankrott durch Hightech
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AZER - Bankrott durch Hightech

INOV_Prospekt_klein_TitelOriginaltitelseite des AZER Prospekts für INOV-Competition-Kugeln.

AZER S.A. revolutioniert die Herstellung der Petanquekugel und dies in vollem Einklang mit den Vorschriften des FFPJP und des FIPJP. Diese patentierte Technologie ermöglicht es, zwei Stahlhalbkugeln durch Laser ohne Schweißnaht, also auch ohne zusätzliches Material zu verbinden. Da die Kugel aus nur einem Material gefertigt ist, erlangt sie auf der gesamten Oberfläche, auch auf der Verbindungslinie, einen einheitlichen Härtegrad. Das heißt, daß die Kugel während des Spiels, wo immer eine Berührung stattfindet, ein einheitliches Prallverhalten zeigt.

Soweit die Theorie, wortwörtlich wiedergegeben im AZER-INOV-Prospekt von 1999. Der französische Kugelfabrikant AZER gewährte, voll überzeugt von seinem Hightechprodukt, großzügig 5 Jahre Garantie. Ein teures Versprechen, wie sich herausstellen sollte, denn die revolutionären Laserboliden entwickelten tatsächlich ein einheitliches Prallverhalten indem sie reihenweise beim Aufprall exakt entlang der vielgerühmten Schweißnaht auseinander brachen. Unser Vereinsmitglied Wilfried hat im Frankreichurlaub gleich zweimal einen AZER-Kugelcrash erlebt und eine saubere exakte Bruchkante geschildert. O-Ton Wilfried: Wie mit der Flexscheibe getrennt. AZER wurde zur Lachnummer, die Folge, Reklamationen zuhauf und viel zusätzliche Produktionszeit nur um Ersatzkugeln zu fabrizieren. Trotz aller Bemühungen, AZER bekam seine technischen Probleme nicht wirklich in den Griff, die Boules bröselten weiter entlang der Schweißnaht. Der Ruf war ruiniert. Als dann die sündhaft teuere Lasermaschine zu allem Überfluß den Geist aufgab, schmiss auch AZER hin, denn der Kauf eines Neugeräts war wegen der eingebrochenen Nachfrage durch die angeschlagene Firma nicht mehr zu stemmen, zumal auch keine Aussicht auf bessere Qualität beim Endprodukt bestand. Konkurs, Bankrott, Ende einer Idee. http://boule-petanque.fr/boules-de-competition/azer

Heute finden wir im Homologationsheft des Weltverbandes FIPJP http://fipjp.org/index.php/fr/reglements/label-boules-buts-agrees zwar noch den Namen AZER und die zugelassenen Kugelntypen AZER und INOV, aber eine Bezugs- oder Herstelleradresse fehlt. Gestartet war die Fa. AZER 1999 in Briennon/Roanne, im Departement Loire als Societe Anonyme (Aktiengesellschaft) mit einer relativ dünnen Kapitaldecke von 2.260.000 FF. Ein Blick in Wikipedia lehrt uns unter dem Stichwort Nachteile des Laserschweißens: … beim Schweißvorgang wird die Naht je nach Material sehr hart, verliert in der Regel aber an Zähigkeit (Anm.: wird spröde)…! https://de.wikipedia.org/wiki/Laserschwei%C3%9Fen Wahrscheinlich waren bei AZER eher begeisterte Bouler denn begnadete Metallurgen zugange. Fatale Leidenschaft.

Azer_Kugeln_mit_BruchAus dem Boulealltag sind die AZER-Kugeln weitgehend verschwunden, aber im Petanque-Kugel-Museum von Rainer Wendt aus Lauenau, dürfen die revolutionären Hightech-Produkte ein lebensverlängerndes inaktives Dasein genießen. Rainer hat uns Prospektmaterial mit dem o.g. Original-Werbetext von AZER zur Verfügung gestellt und auch das Foto der zerbrochenen AZER-Boules entstammt seiner umfangreichen und interessanten Sammlung. http://www.rainerwendt.de/html/sammlung.html Herzlichen Dank. http://www.boule-club-lauenau.de/